Vermeidung von Streit und Rechthaberei

Dale Car­ne­gie zur Ver­mei­dung von Streit und Recht­ha­be­rei:

Die Vermeidung von Streit ist die einzige Möglichkeit, ihn zu gewinnen“

Wenn du dir sicher bist, dass du recht hast, dann behal­te es im Zwei­fel ein­fach für dich. Es macht kei­nen Sinn, jeman­dem zu bewei­sen, dass er im Unrecht ist. Damit gibst du dei­nem Gegen­über auch die Chan­ce, sein Gesicht zu wah­ren. Gehe des­halb jedem Streit strikt aus dem Weg. Recht­ha­ber und Bes­ser­wis­ser sind nicht gera­de beliebt.

Du kannst einen Streit nie gewin­nen, indem du ihn aus­fech­test. Als Sie­ger eines Streits bist du selbst zwar befrie­digt, der ande­re ist aller­dings belei­digt und/oder ver­letzt. Zustim­mung zur Mei­nung des ande­ren ist hier ein­deu­tig die bes­se­re Stra­te­gie, denn Selbst­be­stä­ti­gung ist eine der größ­ten mensch­li­chen Schwä­chen. Reagie­re auch nicht spon­tan, son­dern nimm dir für die Ent­schei­dung Zeit, denn emo­tio­na­le Reak­tio­nen sind im Nach­hin­ein oft sub­op­ti­mal.

Achte die Meinung der anderen und sage ihnen nie direkt: ‘das ist falsch’!“

Immer Recht haben zu wol­len ist nicht wirk­lich rea­lis­tisch: Es ist sogar unwahr­schein­lich, da du sta­tis­tisch gese­hen nie in allen Fäl­len Recht behal­ten kannst. Selbst wenn du weißt, dass etwas nicht stimmt, tue so, als ob du dich beleh­ren las­sen willst. Sage ein­fach: „Viel­leicht irre ich mich“. Die­ses Ver­hal­ten wirkt ent­waff­nend und hält nega­ti­ve Emo­tio­nen fern. Jeder Mensch hält näm­lich zwang­haft an sei­ner eige­nen Mei­nung fest, denn es ist ja sei­ne eige­ne.

Alternative Strategie zur Vermeidung von Streit und Rechthaberei

Eine ande­re inter­es­san­te Stra­te­gie ist auch, der Mei­nung des ande­ren zuzu­stim­men und die­se dann zu rela­ti­vie­ren bzw. auf bestimm­te Fäl­le zu redu­zie­ren. Es wäre sogar noch cle­ve­rer, dei­ne eige­ne Lösung von jeman­dem ande­ren selbst erar­bei­ten zu las­sen. Damit bekommt er sogar noch das Gefühl, an dei­ner Mei­nungs­bil­dung mit­ge­wirkt zu haben. Mit Diplo­ma­tie erreichst du am ehes­ten das was du willst.

Wenn du unrecht hast, dann gib es auch ohne Verzögerung offen zu!“

In man­chen Situa­tio­nen kann es über­ra­schend ent­waff­nend wir­ken, wenn du pro­ak­tiv dei­nen Feh­ler zugibst. Dem ande­ren sei­ne Argu­men­te vor­weg­zu­neh­men ver­stärkt die­sen Zustand ggf. noch wei­ter. Hier­durch ent­steht eine Umkehr der Stand­punk­te, so dass der ande­re plötz­lich in dei­nem Sin­ne dei­nen eige­nen Stand­punkt ver­tei­digt. Wenn du also schon weißt, dass du was falsch gemacht hast und erwischt wur­dest, dann soll­test du dich nicht auch noch sinn­los ver­tei­di­gen.

Sich sel­ber zu kri­ti­sie­ren ist auch leich­ter, als die Vor­wür­fe des ande­ren zu ertra­gen. Durch Selbst­kri­tik ste­hen die Chan­cen gut, Gna­de zu erfah­ren. Sei­ne eige­nen Feh­ler zuzu­ge­ben, schafft dir auch eine gewis­se Befrie­di­gung. Hier­zu gehört aller­dings auch ein biss­chen Mut. Oft kannst du hier­mit Fein­de zu Freun­den machen.

Deine Kritik im Umgang mit Menschen

Aus Dale Car­ne­gies Buch “Wie man Freun­de gewinnt” (Kapi­tel: Kri­tik im Umgang mit Men­schen)

Kritisiere, verurteile und klage nicht!“

Kri­tik im Umgang mit Men­schen soll­te nach Car­ne­gie unter­las­sen wer­den. Men­schen füh­len sich meist für Ihre Taten nicht im Gerings­ten schul­dig, egal was Sie ver­bro­chen haben oder wie kri­mi­nell sie waren. Fazit: Es ist weder klug noch sinn­voll, ande­re Men­schen zu kri­ti­sie­ren, denn kein Mensch wür­de sich jemals selbst beschul­di­gen. Kri­tik ist damit nutz­los und sogar gefähr­lich, da hier­durch kei­ne nach­hal­ti­ge Ver­bes­se­rung ent­steht. Das Gegen­teil ist eher der Fall: Gegen­wehr und Groll ent­steht.

Abraham Lincolns Kritik im Umgang mit Menschen

Dale Car­ne­gie beschäf­tig­te sich ins­ge­samt zehn Jah­re lang mit dem 16. Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka Abra­ham Lin­coln. Er ver­brach­te ins­ge­samt drei Jah­re lang damit, ein Buch über ihn zu schrei­ben. Ins­be­son­de­re inter­es­sier­ten Car­ne­gie Lin­colns Metho­den zum Umgang mit Men­schen: Nach einer ein­schlä­gi­gen Erfah­rung ließ Lin­coln für immer Abstand von belei­di­gen­den Brie­fen und Kri­tik gegen­über ande­ren. Viel bes­ser sei es, Ver­ständ­nis für die Situa­ti­on des ande­ren zu zei­gen. Hier­zu hilft es, sich in die Situa­ti­on selbst hin­ein­zu­den­ken, um die Umstän­de des zu kri­ti­sie­ren­den Ver­hal­tens nach­voll­zie­hen zu kön­nen. Es ist bes­ser (und unge­fähr­li­cher) an sich selbst zu arbei­ten, anstatt ande­re ver­än­dern zu wol­len. Wir soll­ten bes­ser ver­su­chen, die Men­schen zu ver­ste­hen, anstatt sie zu ver­ur­tei­len. Das impli­ziert aber auch, dass wir ihnen alles ver­zei­hen. Damit schaf­fen wir eine Atmo­sphä­re der Sym­pa­thie.

Wecke in anderen lebhafte Wünsche!“

Das Prin­zip ist tat­säch­lich völ­lig tri­vi­al und beim Angeln han­deln wir ja auch völ­lig unbe­wusst nach die­ser Regel. Das was wir wol­len inter­es­siert nie­man­den ande­ren als uns selbst. Da jeder von uns das genau­so macht, gibt es nur eine ein­zi­ge Metho­de, um Men­schen zu beein­flus­sen: Du musst mit ihnen dar­über spre­chen, was sie haben möch­ten und ihnen gleich­zei­tig zei­gen wie sie es bekom­men. Der Grund hier­für ist, dass jede Hand­lung auf einen ursprüng­li­chen Wunsch zurück­geht.

Du soll­test beim ande­ren also immer das Bedürf­nis wecken, das zu tun, was du dir von ihm wünschst.

In die Situation des Anderen hineinversetzen

Dabei hilft es wie­der ein­mal, sich die Situa­ti­on des ande­ren hin­ein­zu­ver­set­zen und zu über­le­gen, war­um du selbst die­ses oder jenes machen wol­len wür­dest. Die Fra­ge ist also immer: Wie kann ich jeman­den dazu brin­gen, dass die­ser etwas (von selbst) tun möch­te? Du musst hier also ein­mal die Per­spek­ti­ve wech­seln und nicht über dei­ne eige­nen Wün­sche reden, son­dern über die des ande­ren. Hier gilt es, sich nicht selbst in den Mit­tel­punkt zu stel­len, son­dern den ande­ren.

Dies gilt übri­gens auch im Ver­trieb, denn ein Pro­dukt, das die Pro­ble­me unse­res Kun­den nach­weis­lich lösen kann, wird gekauft. Kun­den wol­len näm­lich etwas kau­fen und nicht das Gefühl haben, dass ihnen etwas ver­kauft wird. Daher kann es von Vor­teil sein, den Kun­den zu fra­gen: „Was sind Ihre Wün­sche und wie kann ich Ihnen am bes­ten zei­gen, dass wir eine Lösung hier­für haben?“ Die Din­ge müs­sen also pri­mär vom Stand­punkt des ande­ren über­dacht wer­den. Es geht dar­um, den Wunsch (das Bedürf­nis) in einer Per­son zu wecken, das zu tun, was du ihn machen las­sen willst.

Beliebt werden durch einfaches Zuhören

Dale Car­ne­gies Tipp für mehr Freun­de: Beliebt wer­den durch Zuhö­ren und den Fokus auf ande­re

Sei ein guter Zuhörer! Ermuntere andere, von sich selbst zu sprechen!“

Ein auf­merk­sa­mer Zuhö­rer mach­te den Ein­druck, dass er ein außer­or­dent­li­cher Gesprächs­partner sei. Dies gelingt schon allei­ne durch ein­fa­ches Zuhö­ren. Du soll­test dem ande­ren immer mit unge­teil­ter akti­ver Auf­merk­sam­keit zuhö­ren. Zuhö­ren ist nicht nur im geschäft­li­chen Umgang mit Kun­den sehr wich­tig, son­dern auch in der Fami­lie.

Ein Zuhö­rer der schweigt und Ver­ständ­nis für die Kla­gen zeigt, geht aus der Situa­ti­on als Gewin­ner her­vor. Daher lass den ande­ren ger­ne eine gan­ze Wei­le her­um­nör­geln, es wird dir nicht scha­den. Anstän­di­ges Beneh­men dage­gen steckt an. Eine uner­war­te­te ver­ständ­nis­vol­le Reak­ti­on auf Beschwer­den oft dazu führt, dass der Kla­gen­de den Feh­ler bei sich erkennt.

Ein guter Zuhö­rer wird mehr geschätzt als ein guter Red­ner. Aller­dings ist die­se Fähig­keit wirk­lich sel­ten. Bei­spiels­wei­se gilt dies für Men­schen, die einen Arzt rufen und eigent­lich nur einen guten Zuhö­rer brau­chen. Hier reden sich die Pati­en­ten näm­lich ein­fach nur ihre Pro­ble­me von der See­le. Dann geht es ihnen näm­lich oft schon bes­ser. Einer der größ­ten Zuhö­rer über­haupt war Sig­mund Freund. Er konn­te offen­bar einem ein Ver­ständ­nis und eine Auf­merk­sam­keit wid­men die sei­nes­glei­chen sucht.

Sprich von Dingen welche andere interessieren!“

Willst du das Inter­es­se einer Per­son bekom­men, so musst du nur wis­sen, wor­über du mit die­ser Per­son spre­chen kannst. Fer­ner kannst du dich auf die­ses Gespräch ganz ein­fach mit ent­spre­chen­den Recher­chen vor­be­rei­ten. Durch das Lesen eines Buches oder Nach­schla­gen im Inter­net am Abend zuvor infor­mierst du dich über rele­van­te The­men. Suche dir dann ein The­ma aus, von dem du weißt, dass es die Per­son inter­es­siert. Ins­be­son­de­re im Geschäfts­le­ben ist die­ser Ansatz tat­säch­lich sehr erfolg­ver­spre­chend. Die Inter­es­sen des ande­ren her­vor­zu­he­ben ist im End­ef­fekt eine Win-win Situa­ti­on für bei­de.

Stärke das Selbstbewusstsein deiner Mitmenschen!“

Das Spen­den auf­rich­ti­ger Aner­ken­nung ohne selbst­süch­tig gleich immer Zie­le zu ver­fol­gen soll­te dir zu einer guten Ange­wohn­heit wer­den. Mache jeman­dem ein Kom­pli­ment ohne von die­ser Per­son etwas zu wol­len. Damit bekommst du das unbe­zahl­ba­re Gefühl, für den­je­ni­gen etwas getan zu haben. Wenn wir ande­re in ihrem Selbst­ge­fühl bestär­ken, ver­schafft wir uns unzäh­li­ge Freun­de und ein immer­wäh­ren­des Glücks­ge­fühl.

Beliebt werden

… und gut behan­delt wirst du, wenn du auch ande­re gut behan­delst. Jeder Mensch hat das tie­fe Ver­lan­gen, bedeu­tend und sei­nem Gegen­über über­le­gen zu sein. Mit auf­rich­ti­ger Aner­ken­nung kannst du die­ses Ver­lan­gen unter­schwel­lig befrie­di­gen und die Per­son für dich gewin­nen. Die Fol­ge wird eine gro­ße Dankbar­keit sein, wel­che dich unmit­tel­bar tref­fen wird.

Sich beliebt machen durch Lächeln

Dale Car­ne­gies Tipp für mehr Freun­de: Sich beliebt machen durch Inter­es­se, Lächeln und Namen

Interessiere dich für andere!“

Hier geht es dar­um, sich für ande­re zu inter­es­sie­ren, anstatt die ande­ren für sich zu inter­es­sie­ren. Ech­tes Inter­es­se an sei­nen Mit­men­schen führt auto­ma­tisch zu mehr Freund­schaf­ten als der Fokus auf die ver­meint­lich inter­es­san­te eige­ne Per­son. Auch die Auf­merk­sam­keit gegen­über schein­bar unbe­deu­ten­den Per­so­nen führt unwei­ger­lich zu einer gro­ßen Beliebt­heit.

Dies gilt auch im Umkehr­schluss: Die am meis­ten beschäf­tig­ten Leu­te schen­ken einem ihre Auf­merk­sam­keit und ihre Zeit, wenn du dich ehr­lich für sie inter­es­sierst. Die Leu­te haben es eben ein­fach gern, wenn du sie bewun­derst. Wenn wir Freun­de gewin­nen wol­len, dann müs­sen wir für ande­re etwas tun.

Hier­zu gehört auch eine gewis­se „Inves­ti­ti­on“ dei­ner eige­nen Zeit. Eine ein­fa­che Metho­de ist z.B. sich die Geburts­ta­ge oder auch ande­re Details der Per­so­nen zu mer­ken. Wir müs­sen die Men­schen mit Freu­de und Begeis­te­rung begrü­ßen, was ins­be­son­de­re auch am Tele­fon gilt, wo es nie­mand sieht.

Lächle!“

… denn der ers­te Ein­druck ist ent­schei­dend. Der Aus­druck im Gesicht ist wich­ti­ger als die Klei­der, wel­che du trägst, was ins­be­son­de­re für Frau­en gilt. Ein ech­tes, wirk­li­ches Lächeln aus dem Inne­ren steckt an und wird hier­durch immens wich­tig. Auch wäh­rend eines Tele­fo­nat „hört“ dein Gesprächs­part­ners dich lächeln: das Lächeln „klingt“ aus dei­ner Stim­me. Ein Mensch führt sel­ten eine Arbeit mit Erfolg durch, wenn er kei­nen Spaß dabei hat.

Ein­fa­ches sich beliebt machen: Es gibt im Grun­de kei­ne Gele­gen­heit, bei der du nicht auch lächeln könn­test. Das Resul­tat wird in jedem Fall sein, dass die Men­schen zurück lächeln, so wie ein Baby es tut. Ins­ge­samt macht das vie­les im Leben ein­fa­cher. Selbst wenn dir ein­mal nicht nach Lächeln zumu­te ist, kannst und soll­test du dich dazu zwin­gen. Das führt auto­ma­tisch dazu, das du dich wie­der glück­li­cher fühlt. Es ist näm­lich nicht so, dass das Lächeln auf­grund einer Hand­lung zustan­de kommt: es geht auch umge­kehrt. Der Weg zum Glück führt daher über die Kon­trol­le der Gedan­ken ans Ziel, denn Gedan­ken sind mäch­tig. Es geht hier dar­um wie wir uns in einer bestimm­ten Situa­ti­on sehen, also die geis­ti­ge Ein­stel­lung zu den äuße­ren Umstän­den.

Sprich die Menschen mit ihrem Namen an!“

Sich die Namen aller Men­schen zu mer­ken ist einer der bes­ten und ein­fachs­ten Wege, sich beliebt zu machen. Abhän­gig vom Gedächt­nis und der Fähig­keit der Nut­zung eines Sys­tems hier­für kann dies auch noch um ande­re Infor­ma­tio­nen die­ser Per­son erwei­tert wer­den. Ide­al sind hier der voll­stän­di­ge Name, die Fami­li­en­ver­hält­nis­se und sons­ti­ge wich­ti­ge Details. Nichts hört der Mensch lie­ber, als sei­nen eige­nen Namen. Wich­tig ist auch, den Name immer wie­der aus­zu­spre­chen, womit du die­ser Per­son ein sehr dis­kre­tes und wir­kungs­vol­les Kom­pli­ment machst. Aller­dings soll­te dir hier kein Feh­ler pas­sie­ren, der dann die Wir­kung ins Gegen­teil ent­fal­tet.

Sich beliebt machen

… durch die Nut­zung von Namen ist nichts Neu­es. Die Wich­tig­keit von Name ist in der Geschich­te an vie­len Stel­len zu fin­den: Paten­schaf­ten und Denk­ma­le sind nur zwei Bei­spie­le. Hier gibt es auch zwei klei­ne Tricks: Zum einen soll­test du um Wie­der­ho­lung des Namen bit­ten, falls du ihn nicht ver­stan­den hast oder die­ser außer­ge­wöhn­lich ist. Zum Ande­ren kannst du den Namen im Lau­fe eines Gesprä­ches mehr­fach wie­der­ho­len, bis er sich dir sicher ein­ge­prägt hat. Selbst­ver­ständ­lich spricht hier auch nichts gegen ein Auf­schrei­ben an geeig­ne­ter unauf­fäl­li­ger Stel­le.

Dale Carnegie: Wie man Freunde gewinnt

Deut­scher Buch­ti­tel: “Wie man Freun­de gewinnt. Die Kunst, beliebt und ein­fluss­reich zu wer­den”

(“How to Win Fri­ends and Influ­ence Peop­le. A self-help book about inter­per­so­nal rela­ti­ons”)

Dale Car­ne­gie (gebo­ren 1888) hat in sei­nem Leben seit 1912 in New York Wei­ter­bil­dungs­kur­se für Men­schen vie­ler Beru­fe durch­ge­führt. In die­sem Zusam­men­hang hat er fest­ge­stellt, dass die Men­schen eher einen Kurs für den Umgang mit Men­schen bräuch­ten. Dies galt sei­ner Mei­nung nach sowohl im geschäft­li­che als auch im gesell­schaft­li­che Leben.

Er fand auch her­aus, dass nur 15% des finan­zi­el­len Erfol­ges eines z.B. Inge­nieurs auf das Kon­to sei­nes tech­ni­schen Kön­nens gehen. Somit ist nach Car­ne­gie in einem solch tech­ni­schen Beruf der über­wie­gen­de Anteil von 85% dem Geschick mit Umgang mit Men­schen zuzu­schrei­ben. Die­sen Löwen­an­teil fasst er unter Per­sön­lich­keit und Füh­rungs­ei­gen­schaf­ten zusam­men. Die best­be­zahl­ten und erfolg­reichs­ten Leu­te ihrer Bran­che sei­en damit oft nicht auto­ma­tisch die­je­ni­gen mit den größ­ten tech­ni­schen Kennt­nis­sen.

Freunde gewinnen gestern wie heute

Das Buch von Dale Car­ne­gie war 1937 ein Best­sel­ler und ist nach wie vor ein sehr mäch­ti­ges Werk, wel­ches mit einem ver­hält­nis­mä­ßig gro­ßem Auf­wand aus den unter­schied­lichs­ten Quel­len zusam­men­ge­tra­gen wur­de. Z.B. hat Car­ne­gie hier­für extra einen Mit­ar­bei­ter enga­giert, wel­cher über sei­ne eige­ne Recher­che hin­aus noch ein­mal 1,5 Jah­re lan­ge Biblio­the­ken nach ent­spre­chen­der Lite­ra­tur durch­such­te. Hier­zu kamen noch eini­ge Inter­views zeit­ge­nös­si­scher Berühmt­hei­ten. Zunächst ent­stand hier­aus aller­dings nur ein kur­zer Vor­trag, dann eine 1,5-stündige Vor­le­sung. Spä­ter ist hier­aus über die Zeit das hier vor­ge­stell­te Buch ent­stan­den.

Das Ziel die­ses Buches ist es, dir eine Anlei­tung und Unter­stüt­zung bei der Ent­de­ckung, Ent­wick­lung und Aus­wer­tung dei­ner ver­bor­ge­nen aber vor­han­de­nen Fähig­kei­ten zu geben. Es soll dich leh­ren, mit­tels des ver­mit­tel­ten Wis­sens Hand­lun­gen zu ermög­li­chen, dei­ne eige­nen Zie­le zu errei­chen.

Gemäß Car­ne­gie gel­ten für das Lesen/Lernen fol­gen­de (all­ge­mein­gül­ti­ge) Hin­wei­se:

  1. Dei­ner eige­ne Wunsch und Wil­le zu ler­nen ist die Grund­vor­aus­set­zung
  2. Alle Kapi­tel sol­len erst ein­mal über­flo­gen, dann aber gründ­lich gele­sen wer­den
  3. Du soll­test beim Lesen öfter mal eine Pau­se machen, um über das Gele­se­ne nach­zu­den­ken
  4. Mache dir eige­nen Noti­zen und mar­kie­re inter­es­san­te Rat­schlä­ge
  5. Lese immer wie­der nach (oder neu), da der Mensch ver­gess­lich ist
  6. Ler­nen ist ein akti­ver Pro­zess, daher musst du die Rat­schlä­ge auch anwen­den
  7. Zah­le jeman­dem eine „Stra­fe“, wenn du Regeln aus dem Buch miss­ach­test
  8. Wich­tig: Gelern­tes Revue pas­sie­ren las­sen, Selbst­re­fle­xi­on im Rück­blick und Kon­trol­le
  9. Füh­re Tage­buch über Erfol­ge, damit du ste­tig dei­ne Leis­tung ver­bes­sern kannst

Der richtige Umgang mit Menschen

Aus Dale Car­ne­gies Buch “Wie man Freun­de gewinnt” (Kapi­tel: Umgang mit Men­schen)

 „Gib ehrliche und aufrichtige Anerkennung!“

Es gibt nur eine ein­zi­ge Metho­de, einen Men­schen zu etwas bestimm­ten zu bewe­gen: er muss es selbst wol­len. Sig­mund Freud kon­sta­tier­te: Alles war wir tun, hat zwei Moti­ve: den Sexu­al­trieb und das Ver­lan­gen nach per­sön­li­cher Gel­tung.

Pro­fes­sor John Dew­ey (US-ame­ri­ka­ni­scher Phi­lo­soph und Päd­ago­ge) stell­te dage­gen fest: „Der stärks­te Trieb in der mensch­li­chen Natur ist der Wunsch [das Gefühl], bedeu­tend zu sein“. Wenn du das beach­test, hast du die Mög­lich­keit, auf Men­schen Ein­fluss zu neh­men und Sie nach eige­nem Ermes­sen posi­tiv zu mani­pu­lie­ren.

Das Gefühl von Bedeutung im Umgang mit Menschen

An dem, was einem das Gefühl von Bedeu­tung gibt, lässt sich der Cha­rak­ter eines Men­schen able­sen. Dies kann sich in groß­zü­gi­gen Wohl­ta­ten für die Mensch­heit in Form von Hil­fe und Spen­den aus­wir­ken wie auch in einer „Kar­rie­re“ als Betrü­ger und Mör­der. In bei­den Fäl­len wird das Ver­lan­gen eines Men­schen nach Bedeu­tung gestillt.

Die Hälf­te aller Geis­tes­kran­ken z.B. habe nach Car­ne­gie kei­ne offen­sicht­lich erkenn­ba­re Ver­än­de­rung des Gehirns. Aller­dings schaf­fen sie sich mit ihrer eige­nen (Schein)Welt einen Zustand der Selbst­zu­frie­den­heit. Sei­ne Fra­ge ist daher: Wenn der Drang nach Aner­ken­nung also solch dras­ti­sche psy­chi­schen Aus­wir­kun­gen zur Fol­ge haben kann, was ist dann wohl mit ehr­li­cher Aner­ken­nung bei nor­ma­len Men­schen mög­lich?

Die Fähigkeit, Menschen zu begeistern

… ist eine gro­ße Kunst und ein hand­fes­ter Vor­teil im Geschäfts­le­ben und in Füh­rungs­po­si­tio­nen. Aner­ken­nung und Auf­mun­te­rung sind der bes­te Moti­va­tor und mobi­li­sie­ren im Men­schen die bes­ten Kräf­te. Kri­tik von Vor­ge­setz­ten hin­ge­gen hat genau den gegen­tei­li­gen Effekt und wirkt destruk­tiv.

Nor­ma­ler­wei­se beschwe­ren wir uns und kri­ti­sie­ren, wenn uns etwas nicht gefällt anstatt zu loben, wenn wir mit etwas zufrie­den sind. Ein Man­gel an Aner­ken­nung führt häu­fig auch in Bezie­hun­gen zu gro­ßen Pro­ble­men bis hin zur Tren­nung. Der Hun­ger nach Aner­ken­nung ist bei Men­schen sogar genau­so stark wie der nach Nah­rung.

Wich­tig hier­bei ist aller­dings der Unter­schied zwi­schen bil­li­ger Schmei­che­lei und ehr­li­cher Aner­ken­nung. Es ist weder rich­tig, bil­li­ges Lob aus­zu­tei­len noch anzu­neh­men. Einem nach dem Mund zu reden ist dem­nach unehr­lich und nicht rich­tig.

Du soll­test beim Umgang mit Men­schen immer dar­an den­ken, dass ehr­li­ches Aner­ken­nung und aus­ge­spro­che­nes Lob oft Wun­der wir­ken: Dank­bar­keit erzeugt Freund­schaft. Der Trick hier­bei ist, auf­rich­tig und ehr­lich an ande­re zu den­ken und nicht immer an uns selbst.